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Sommerurlaub 2003

Schweden - Finnland - Norwegen - Teil 2

Leider änderte sich das Wetter bei Grenzübertritt nicht. Wie in Finnland auch, war es bewölkt und regnerisch, was sich auch auf die Qualität der Bilder auswirkt. Ein Sami-Sprichwort sagt: 

"Wenn die Sonne scheint, wird es bald regnen. Wenn es regnet bleibt es erst einmal dabei."


Der Reiseweg durch Nordnorwegen, die Finnmark

Ab Norwegen heißt die Straße RV 893, welche mich nach 9 km bei Neiden auf die E 6 führte. Und die E 6 führt bis Kirkenes, wo sie quasi am Anleger der Hurtigrute endet. Und für die Hurtigschiffe ist hier ebenfalls Endstation, oder auch Startpunkt, je nachdem, wie man es sieht. Ich durchquerte die Stadt mit dem Auto und den Kern per Pedes. Auf einem Berg gibt es das einzige Krankenhaus im Umkreis von mehreren 100 Kilometern. (Hierzulande gibt es Leute, die werden hysterisch, wenn man länger als 5 Minuten zum Einsatzort braucht?!) Vielleicht lag es daran, dass ich, auch außerhalb der Stadt, alle naselang Ambulanzfahrzeuge an mir vorbeirauschen sah. Dieses gehäufte auftreten von Blaulichtautos hatte ich noch nie in Skandinavien erlebt. 


In 6 Tagen von Bergen nach Kirkenes, die Hurtigrute


Im Fischereihafen liegt "der Stolz" der russischen Fischereiflotte

Ich fuhr noch 20 km weiter nach Osten zum einzigen norwegisch-russischen Grenzübergang


Nach Murmansk - geradeaus. Der Grenzübergang im Hintergrund wird streng bewacht.


Blick in die Zukunft: Am anderen Ufer (Boris Gleb, Russland) sind sie zwei Stunden voraus

Auf der Karte finde ich eine weitere Möglichkeit um zur Grenze zu fahren. Eine Schotterpiste führt direkt an den Grenzzaun. Ich sah mich um, ob ich irgendwie zu Fuß weiter komme und entdeckte dabei, wie mich Ferngläser von einem Wachturm beobachteten. Mir war nicht geheuer. Durfte ich mich hier überhaupt aufhalten? Was wollen die mit der Knarre? Ich drehte zügig um und verschwand wieder Richtung Kirkenes. 


Die E 6: Tolle Landschaft, leider kein Fotowetter

Am Ende des Varangerfjord liegt Varangerbotn, dort wechselte ich auf die E 75 und fuhr wieder Richtung Osten, Richtung Vadsø. Einige Kilometer hinter Varangerbotn liegt der kleine Samenort Nesseby (auf Suomi Unjárga, die Ortsschilder sind in der Finnmark zweisprachig). Dort machte ich einen Abstecher zur einzigen Holzkirche in der Ostfinnmark. Die anderen wurden von den Deutschen zum ende des 2. Weltkrieges niedergebrannt.

 


Gestell zum trocknen der Fiche, welcher dann Stockfisch heißt

Die Kirche liegt auf einer kleinen Landzunge, mit vielen Vögeln. So machte ich einen kleinen Spaziergang und entdeckte noch andere Dinge:


Verhungern kann man hier jedenfalls nicht! Preiselbeeren zum Sattessen.


Bild aus vergangenen Tagen - Ne, die Norweger haben eine Faible für Oldtimer. 

Am Abend kam ich in Vadsø, der Hauptstadt des Bezirks Finnmark, an.  Das Wetter ließ die Stadt noch trister aussehen, als sie ohnehin schon ist. Die Sehenswürdigkeiten sind das Einwandererdenkmal, die an die finnischen Einwanderer erinnern soll, sowie der Fortøyningsmasten, an dem Amundsen sein Luftschiff "Norge" 1926 und Nobile die "Italia 1928 festmachten.

 


Blick von der Insel Vadsøya nach Vadsø

Bessere Bilder von der Stadt gibt es vielleicht im Web:


Webcam: Vadsø, Finnmark

Aufgrund des schlechten Wetters hielt mich nicht viel in der Stadt und so fuhr ich 10 Kilometer weiter auf die  Halbinsel Ekkerøy. Über einen Feldweg gelang ich in das Naturreservat, wo ich einen Spaziergang, bei angenehmen 14 Grad, am Strand zwischen den vielen Vögeln und Schafen machte.  Zwei Finnen, die immer zwischen Bierdosen und Fernglas wechselten, hatten hier ihr Nachtlager aufgeschlagen, was mich verleitete ebenfalls im Reservat zu campen. Belohnt wurde es mit so etwas ähnlichem wie einem Sonnenuntergang:

Ansonsten blieb das Wetter wenig erfreulich, auch als ich Ekkerøy am nächsten Morgen verließ. 


Weißer Sand am Strand der Ortschaft Ekkerøy lädt zum baden ein. Der Kältetod dürfte nach etwa 5 Minuten eintreten.

Nach 65 km erreiche ich Vardø. Mit 3.000 Einwohnern ist die Stadt östlicher als Istanbul gelegen und ist Norwegens einzige Stadt in der arktischen Klimazone, was heißt, das hier mit tief stechen nix ist. Dem steht der Permafrost entgegen. Nur die Oberfläche taut in den Sommermonaten auf. 


Zur Insel führt ein 2,9 km langer und 88 m tiefer Tunnel, die Einfahrt re. im Bild.


Tristtees in bunt. Ob die Farben über die trüben Aussichten hinweghelfen sollen?

Ich besuchte das Museum, dass neben Flora und Fauna und das Leben in der Gegend auch eine Hexenausstellung zeigt.  Einen Mitarbeiter fragt ich danach, ob es stimme, dass man in dieser Gegend Belugawale vom Land aus sehen könne, so wie ich es in der Zeitschrift "Nordis" gelesen habe und weshalb ich überhaupt hier heraufgefahren bin. Er erzählte mir dass dies schon mal, aber selten, vorkommen könne. Zuletzt waren vor zwei Jahren welche in der Bucht zu sehen. Meine Stimmung passte sich schlagartig dem Wetter an. (Aber das Klo im Museum kann ich dennoch empfehlen)


Mit Salutschüssen wird die Sonne im Januar begrüßt, wenn sie sich nach langer Polarnacht zum erstenmal wieder zeigt. An diesem Tag haben die Kinder schulfrei.


An dieser Stelle stand bis zum Winter 2001/02 eine Eberesche. Der harte Winter wurde dem 41 Jahre alten Baum zum Verhängnis. Er war der einzige Baum in der Stadt und vermutlich auch in der arktischen Klimazone. Der Baum wurde im Herbst eingepackt und im Sommer vom Kommandanten feierlich wieder ausgepackt. Nun hat man einen neuen Baum gepflanzt - Viel Glück!

 

Nach soviel Kultur wollte ich wieder was von der Natur erleben. Ich fuhr in den Norden der Insel. Am Ende des unzumutbaren Weges, der von vielen Beerenpflückern bevölkert wurde, ging es zu Fuß weiter. Ich umrundete die nördliche Spitze der Insel. In der einen Hand die Kamera und mit der anderen Hand immer dicht über den Boden. Beeren pflücken. Massen von Preisel- und Moltebeeren. Letzteres zu pflücken ist Auswärtigen allerdings untersagt, dies dürfen nur Einwohner Finnmarks - per Gesetzt.


Von Hier geht es nur noch zu Fuß weiter. Im Hintergrund das Leuchtfeuer.


Die Küste besteht aus Felsen, aber Landeinwärts gibt es kleine Moorseen.


Neben Beeren gibt es aber noch andere zarte Pflänzchen zu sehen. Deren Namen weiß ich leider nicht.


Das alte Seezeichen für die Schifffahrt wurde durch einen modernen Minileuchtturm abgelöst.


Blick auf die Hafeneinfahrt von Vardø

Das Wetter blieb Trübe und mein großes Ziel hier Belugawale zu sehen zerfiel in der Wahrscheinlichkeitstheorie. Ich war am überlegen, ob ich die 40 km lange Mautstrecke zum nördlichen Hamningberg noch fahren sollte. Der Ort ist einer der wenigen, den die Deutschen im Krieg nicht zerstört haben. Ich füllte meinen Wassertank an einer Tankstelle und Kaufte noch was fürs Abendessen ein und fuhr zum Hafen. Während ich noch so überlege wie es weitergehen solle, sah ich am Horizont ein Hurtigschiff. Ich ging ins Buchungsbüro und fragte nach den Preisen bis Båtsfjord und Berlevåg. 70 € für Båtsfjord und 10 mehr bis Berlevåg. Mit dem Auto sind es über 300 km weil es keine Verbindungsstraße auf der nördlichen Seite der Varangerhalbinsel gibt. In Hamningberg ist Schluss. Ich müsste also wieder zurück bis nach Varangerbotn an die E 6. Da sind 80 € ein wahres Schnäppchen. Ich bin doch nicht blöd und buche die Fährpassage bis Berlevåg. Die Fähre läuft um 17.45 Uhr aus, mir bleiben noch 30 Minuten um mein Auto über den Frachtaufzug, mit dem auch die Fischpaletten verhieft werden, ins Schiff zu bringen. Die alten Hurtigschiffe sind als reine Postschiffe konzipiert worden. Davon fährt allerdings nur noch eines, und das wird auch bald außer Dienst gestellt und durch moderne Kreuzfahrtschiffe mit kleinem Ladedeck ersetzt.


Die "Polarlys" läuft ein.


Ein letzter Blick auf Vardø


Die Hurtigschiffe sind Postschiffe. Der Luxus an Board lässt einem das aber nicht merken.

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