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Sommerurlaub 2003

Schweden - Finnland - Norwegen

Nun gibt es ja schon so einiges, das ich in Skandinavien gesehen habe, dennoch gibt es noch viel mehr, das ich noch nicht gesehen habe oder ich gerne noch einmal sehen möchte. Wale gehören zu letzteren. 1999 hatte ich zwar schon eine Walsafari auf den Vesterålen mitgemacht und auch viele Wale gesehen, aber von diesen Tieren geht nun einmal ein solcher Zauber aus, dass man sich einfach nicht daran satt sehen kann.  In einer Zeitschrift (Nordis) las ich einen Artikel über Norwegens Norden und dass es möglich sein, soll in einer Bucht bei Vardø, Belugawale vom Ufer aus zu beobachten. Und damit stand ein Ziel für diesen Urlaub fest. Nun musste ich aber erst einmal dorthin gelangen. Zwei Möglichkeiten kamen für mich in Frage. 1. Durch die Mitte Schwedens, auf dem s.g. Inlandsvägen vorbei an Östersund und nördlich von Kiruna durch eine kleine finnische Landzunge direkt nach Norwegen oder 2. An Schwedens Ostküste entlang der E 4 bis nach Finnland und weiter durch dessen Norden, welches ich genauso wenig kannte wie Schwedens Ostküste. Und weil ich diese Strecke nicht kannte viel die Entscheidung nicht schwer. Finnlands Norden wurde ein weiteres Ziel. Alles weitere wollte ich, anhand von Reiseführern, von Tag zu Tag entscheiden.

« Der Reiseweg durch Schweden

Mein erstes Etappenziel war wieder einmal mehr das Haus der Friedrichs in Färgelanda - der fleißige Leser dieser Seiten kennt es schon. Dort wollte ich mich erst einmal ein paar Tage vom stressigen Arbeitsalltag erholen, schließlich war es mein erster Urlaub in diesem Jahr (doch das stimmt!) und das tolle Wetter lud ja geradezu dazu ein, faul am See zu liegen. Christel, Gerd und Finnja erholten sich ebenfalls zu der Zeit in Schweden und ließen mich Dankenswerterweise ihren Parkplatz blockieren, damit ich dort campen konnte. Ich wollte mich schon Mal wieder ans campen gewöhnen und schlug die Einladung zum Einzug ins Haus ab. Das tolle Wetter verleitete mich ein Tag länger zu bleiben als ich geplant hatte - ich hoffe, dass ich den Friedrichs damit nicht zu sehr auf den "Sack" gegangen bin. Aber die Zeit drängte, der Weg in den Norden zur Barentsee ist lang. Außerdem hatte ich noch ein Date mit Tanja und Simon, die auf dem Rückweg vom Norwegenurlaub waren. Ursprünglich wollten wir uns weiter im Norden, Östersund, treffen. Aber sie waren schneller und ich, wie gesagt, zu lange in Färgelanda und so trafen wir uns nördlich von Karlstad in der Nähe von Hällefors

Tanja und Simon hatten etwas nördlich einen schönen Badeplatz ausgemacht, an dem wir auch campen konnten. (Simon war begeistert, hatte er doch seinen Biervorrat schon in Norwegen vernichtet und musste teuren Fusel nachkaufen)

Ein klasse Platz in bester Wohnlage, dessen genaue Lage verschwiegen wird. Es gab zwar neben einer handvoll Schweden auch einige deutsche Touris, aber ansonsten kann dieser Ort wohl als Geheimtipp betrachtet werden. Und das wohl auch unter den Vögeln, denn wir konnten auch ein paar Prachttaucher ausmachen.

Der skandinavische Standartgrill in der Aluschachtel, den man überall kaufen kann, gibt leider schon nach kurzer Zeit seinen Geist auf und das letzte stück Fleisch musste lange liegen um es genießbar zu machen.

Simi das penibelchen beim Brot waschen!

"Wo du dich wohlfühlt da lasse dich nieder" schrieb einst ein gelehrter Mensch. Getreu diesem Motto verbrachten wir dann auch die beiden nächsten Tage an diesem schönen Ort. Baden, grillen und saufen (Whiskey auf Bier - oh wie schlecht war mir).

Aber satt wurde er trotz dieser merkwürdigen Essmethoden dennoch.

Und wo es so schön ist, darf ein malerischer Sonnenuntergang nicht fehlen.

Klarer Pluspunkt für meinen Campingbus:

Das Zeltaufbauen im dunkeln entfällt vollständig. 

Wobei Simon der Meinung ist, das auch das mit der richtigen Beleuchtung kein Problem darstellt:

  Am nächsten Morgen entschieden wir uns noch ein Tag zu bleiben und so lungerten wir am See rum, bis es am Nachmittag mal so richtig regnen wollte. Wir nutzten diese Gelegenheit, um nach Hällefors zu fahren und Nachschub zu kaufen. Auf dem Rückweg, diesmal mit einem Sack Holzkohle, fuhren wir auf Hällefors Hausberg Skifors, mit netter Aussicht auf die Seen Norr- und Sör-Älgen: 

Hier spricht uns ein ältere Schwede an, der 1935 deutsch am Gymnasium (Was für Zeiten. Heute ist Deutsch, wenn überhaupt noch, nur noch ein Wahlfach.) gelernt hatte und, offensichtlich sehr zum Verdruss seiner Frau, Spaß daran hatte es endlich einmal wieder zu sprechen. Ich wünschte mein schwedisch wäre so gut wie sein deutsch.

Der zweite Abend folgte der Zeremonie vom Vortag. Mit einem Unterschied. Simon wurde zum, wenn auch dilettantischen, Mörder. Und das kam so:

 An eines Baumes Ast war ein Band gebunden, an welchem sich ein Hecht befunden. 

Vom Hacken das Maul zerrissen, Simon war ganz hingerissen. 

Um der Qual ein schnelles Ende zu bereiten, ließ er einen Stein aus seinen Händen gleiten. 

Da lag er nun, der Kopf ganz matsch, die Kinder freuten sich über diesen Quatsch. 

Vom Maul bis zu den Flossen, da war nix mehr zum kochen.

So diente er auf dieser Weise, einer Katze als Speise.

Am Morgen heißt es Abschied nehmen von diesem schönen flecken Erde. Und für Tanja uns Simon auch von Schweden. Nach dem baden und frühstücken wollten sie auf einem Rutsch nach Hause fahren. Auch ich will früh los, weil ich noch einen weiten Weg vor mir habe. Wie weit wird mir erst auf der E4 bei Gävle klar: fast 900 km stehen da auf den Entfernungstafeln und das nur bis zur finnischen Grenze. Und bis Gävle musste ich erst einmal kommen. 200 Kilometer durch ein schönes Stück Schweden. Mit kleinen Städten wie Kopparberg (die oben zu sehenden Trachten kommen aus dieser Gegend) oder Norberg, die mit ihren alten Gebäuden aus der Zeit als hier noch Kupfer abgebaut worden ist, alle einen Aufenthalt wert sind. Auch die Landschaft mit den vielen Seen lädt zum verweilen ein. Ich hatte aber leider nicht die Zeit zum verweilen, behalte die Gegend aber im Hinterkopf für einen späteren Urlaub. 

Etwas nördlich von Utansjö gibt es auf der, ansonsten eher Eintönigen,  E4, ein "Highlight" zu sehen. Und dass ist wörtlich zu nehmen, denn mit 180 Metern dürfte die Brücke über den Ångermanälven die höchste in Schweden sein und das bei 1,8 km Länge.

 

Diesen Aussichtspunkt nutze ich für das Abendessen. Bevor ich bei Nordmaling die E4 verlasse um mir bei Nyåker ein Platz zum Übernachten suche, entdecke ich bei Ava (ca. 60 km südlich von Umeå) neben der E4 an einem Streckenneubau der schwedischen Eisenbahn drei Elche beim äsen. Ich wende und parke meinen Wagen auf dem Seitenstreifen. Leise durchquere ich ein kleines Waldstück und habe, sehr zu meiner Freude, freies Sichtfeld auf die drei Elchbullen, wo ich doch bisher immer nur Elchkühe gesehen habe.

Es begann schon zu dämmern und ich musste mich von diesem Schauspiel losreizen, um wie gesagt bei Nyåker an einem Badeplatz zu Übernachten. Aber irgendwie gab es diesen Badeplatz nur auf dem Papier, meiner Straßenkarte. Ich suchte vergebens und stellte mich irgendwann entnervt auf einem Feldweg zwischen Wiesen und und einer Bahnstrecke, schließlich wurde es bereits dunkel und ich war müde, hatte ich doch 750 km hinterm Steuer gesessen.

Schon am nächsten Tag bekam ich wieder Elche zu sehen. Diesmal bei Bjurholm, westlich von Umeå.

Und der Riese war so zutraulich, dass ich ihn sogar streicheln konnte.


(Gibt es eigentlich ein Programm mit den man Bäuche auf Fotos retuschieren kann?)

Aber was für ein Wunder, war ich doch im Älghus, wo es neben einem kleinen Museum mit Diashow und ausgestopften Elchen, auch zahme Tiere gibt, die der Besucher, bei entsprechender Fütterung durch den Tierpfleger, auch streicheln kann (bevor sie in den Kochtopf wandern).

 

Krister Johansson exportiert seine Elche mittlerweile bis nach Schottland, um sie dort wieder Auszuwildern>>>

 

Sind die nicht süß? Diese Kleinen muss man einfach Streicheln.

Neben den Gehegen mit den Elchbullen und -kühen, gab es auch noch eines mit Kälbern, die auch ohne Fütterung für die Besucher herhalten mussten. Aber die sind ja auch nicht so wehrhaft wie die Großen.

Ich bin so hingerissen von den Kleinen, dass ich meine Kamera fallen lasse, wobei dessen Objektiv zerstört wird. Bis Finnland, wo ich ein neues kaufte, konnte ich nur noch mit dem Tele Bilder machen.

Neben der RV 92 nach Umeå sehe ich eine aus Edelstahl gebaute Skulptur in Form einer Kirche. Und während ich noch grübelte, was das soll, entdeckte ich dann auf einem Schild die Lösung. Ich befand mich auf dem Konstvägen (Straße der Kunst), an der es alle paar Kilometer künstlerische Dinge zu sehen gibt.

In Umeå halte ich beim Obs-Einkaufscenter und versuche neben ein paar Lebensmittel auch ein neues Objektiv zu kaufen. Der Inhaber des Foto-Shop ist aber voll auf Canon abgefahren und führt nix von Nikon. Die Verkäuferin nennt mir aber weitere Läden in der Stadt, die wie ich feststellen musste aber bereits alle geschlossen hatten - was'n Wunder, es war ein Samstag Spätnachmittag.  Trotz der vorangeschrittenen Zeit schaffte ich es an diesem Tag noch bis kurz vor Luleå. Und das bei zwei Zwischenstopps. 

Den ersten Halt machte ich bei Tjärn südlich von Jävre, wo ich am Hafen, unterhalb des Leuchtturmes am Bottnischen Meerbusen, mein Abendessen gebrutzelt habe. Und den zweiten Stopp nutzte ich zu einem Spaziergang am Strand von Piteå havsbad, das als die Riviera Norrlands in meinem Reiseführer bezeichnet wurde. Na ja, dann möchte ich nicht wissen was hier im Winter los ist, wenn ich schon im Sommer der einzige am Strand war (das Wasser war aber auch kalt!). Gecampt hatte ich dann in einem Wald bei Rosvik, 30 km südlich von Luleå. 30 Meter durch Wald und Schilf und schon hatte ich einen Sitzplatz auf einem Bootsanleger mit Blick auf die Bucht und Inseln im Storfjärden.

In  Luleå besuchte ich das Teknikens Hus auf dem Gelände der Universität. Ein Spielplatz für groß und klein. hier kann man im Bedienstand (nur ISDN/DSL) eines Sägewerks, eines Bergwerksbohrers, einer Lokomotive oder eines Holzverladetreckers sitzen und die Maschinen bedienen. Ferngesteuert Boot fahren oder ein Flugzeug fliegen, und, und, und. Ein besuch, der wirklich lohnt, sofern man noch über einen gewissen Spieltrieb verfügt. (Bilder: Webseite Teknikens Hus)

Nachdem ich mich genug gespielt hatte, ging es weiter Richtung Norden. Hinter Kalix verließ ich die Europastraße 4 und fuhr über kleine Straßen zum Grenzfluss Torneälven. In dem kleinen Ort Kukkola, dass an den gleichnamigen Stromschnellen liegt, kann man den Fischern zusehen, wie ihnen die Lachse quasi in den Mund schwimmen. Die Fischer haben hier lange Stege in den Fluss gebaut und Keschern seit Generationen die Lachse aus dem Wasser - Håvfiske. Dies kann man sich im  Fiskmuseum auch genau erklären lassen. Auf finnischer Seite benötigen die Fischer keine so langen Stege, weil das Ufer an der Innenseite einer langen Kurve liegt. Was zur folge hat, dass ein finnischer Fischer im schnitt auch nur zwei- bis dreimal seinen Kescher ins Wasser halten muss bis ein Lachs hinein geschwommen ist. Die schwedischen Fischer müssen sich schon mehr bemühen.


Ein finnischer Fischer holt einen Lachs aus dem Fluss. Die Kundschaft wartet schon.

Übernachtet habe ich dann ein letztes Mal in Schweden, etwa 5 km landeinwärts, an einem See, den ich auf der hinfahrt entdeckte. Entdeckt wurde auch ich. Und zwar von einer Bewohnern aus dem kleinen Dorf  Leipijärvi, die einen kleinen Kiosk an diesem Badesee betreibt. Sie will mir unbedingt noch was verkaufen und öffnet ihren Kiosk erneut. Auch zeigt sie mir die Vorzüge eines überdachten Grillplatzes. Die Seitenwände sind verstellbar, was sie mir unbedingt zeigen musste. Dabei ging ein Wandteil in die Brüche und konnte meine handwerklichen Fähigkeiten unter beweiß stellen und alles wieder zusammen nageln. Irgendwann begriff aber auch sie, dass an mir nix zu verdienen ist und ich konnte mich wieder an meinen Nachtisch machen - frisch gesammelte Blaubeeren. 

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